Mittwoch, 28. Dezember 2016

Rote-Beete-Suppe / Redroot soup

Das Rezept kommt aus meiner Versuchsküche / The recipe is now released. I had some release candidates and alpha tests within the last years

Zutaten / Ingrediants:

1 kg Rote Beete / kg (2.20 lb) redroot
3-4 Zwiebeln / onions
1 handvoll ungesalzene Erdnüsse / hand full unsalted peanuts
1 Dose Kokosmilch / can of coconut milk
1 Zitrone / lemon
Wasser / water
Sonnenblumenöl / sunflower oil
Zucker, Salz, Pfeffer / suggar, salt, pepper

1) Zwiebeln grob kleinschneiden / Chop onions roughly
2) ca. 85% der Roten Beete schälen und grob kleinschneiden / Roughly chop ca. 85% of redroots
3) Zitrone pressen / press the lemon
3) Öl im Topf erhitzen / Take a pot and heat the oil in it
4) Zwiebeln mit den Erdnüssen andünsten / Steam the onions and the peanuts a little bit
5) Rote Beete und etwas Zucker dazugeben und umrühren / put the redroots and a pinch suggar to the onions and stir all
6) Mit Zitronensaft ablöschen / Deglaze it with lemon juice
7) Mit so viel Wasser auffüllen, dass die Rote Beete gerade bedeckt ist / Fill with water up to fully covered red roots
8) Kochen lassen, bis die Rote Beete weich ist / cook until tender
9) Alles pürieren / Purée all
10) Kokosmilch untermischen / Mix it with coconut milk
11) Restliche Rote Beete klein schneiden und als Bisszulage in die Suppe geben und etwas weich kochen / Chop the rest of redroots and put it into the soup (to have something to bite) and cook until tender
12) Mit Salz und Pfeffer abschmecken / To pepper and salt to taste





Montag, 26. Dezember 2016

Bruschetta mit Birne-Rosmarin-Blauschimmel

Hier mein Weihnachtsgruß aus der Küche / My Xmas greetings from the kitchen

Abgeschaut habe ich mir das Rezept vor ein paar Jahren von Steffen Henssler in der Sendung Topfgeldjäger / Some years ago I saw our TV cook Steffen Henssler making it. I just tried to remember the recipe.

Zutaten / Ingrediants

1 Birne / Pear
2 Zweige Rosmarin / Branch rosemary
Blauschimmelkäse (etwa die Menger zweier Finger) / Blue cheese (ca. size of two fingers)
4 Blatt Salat der Saison / Leaf of saison salat
4 schräg geschnittene, fingerdicke Scheiben Baquette / diagonally cut baguette slices thick as a finger
Olivenöl / Olive oil
Sonnenblumenöl / Sunflower oil

1) Nadeln von einem Rosmarinzweig zerkleinern / Crush the needles of one rosemary branch
2) Bestreiche die Brotscheiben mit Olivenöl / Spread olive oil on the bread slices
3) Birne schälen, entkernen und in 8 Streifen schneiden / Cut the peeled and cored pear into 8 slices
4) Sonnblumenöl in der Pfanne erhitzen / Heat sunflower oil in an pan
5) Birnenstreifen und Rosmarinzweig in die Pfanne legen / Place the pear slices and the rosemary branch in the pan
6) Zerkleinerten Rosmarin zu den Birnen in die Pfanne geben / Put rosemary crunch to the pears in the pan
7) Am Schluss den Blauschimmelkäse zu den Birnen in die Pfanne geben und zerfliessen lassen / At least melt the blue cheese in the pan with pear and rosemary
8) Brot im Backofen rösten (2-3 min. bei 150°C Heissluft) / Roast the bred slices (2-3 min. at 150°C / 300°F convection oven)
9) Salat auf den Brotscheiben verteilen ( Place salad on the bred slices
10) Rosmarinzweig aus der Pfanne nehmen / Take out the rosemary branch
11) Birnen auf den Brotscheiben verteilen / Place the pear slices on the bred
12) Den Blauschimmelkäse-Rosmarin-Schmelz über den Birnen verteilen / Pour the blue cheese rosemary melt over the pear slices





Freitag, 16. September 2016

Warum Piratenpartei?

immer wieder werde ich gefragt, warum ich, wenn ich im Landtag NRW mitwirken möchte, es ausgerechnet bei den Piraten versuche und nicht bei einer Partei mit mehr Chancen.

Erstens sehe ich es nicht als chancenlos, dass die Piratenpartei erneut in den Landtag NRW einzieht. Die Piratenpartei ist noch jung. Es ist die erste Legislaturperiode im Landtag NRW. Natürlich mussten sie sich erst zurecht finden. Natürlich werden ihre Ideen von den anderen Parteien mit Skepsis betrachtet, die Anträge abgelehnt, innovative Ideen von den anderen Parteien übernommen und für eigenen Ideen verkauft und die Presse interessiert sich nicht für die politische Arbeit, sondern nur für innerparteiliche Reibereien. Aber auch Reibereien sind normal. Neue Parteien ziehen immer auch Menschen an, deren eigentliche Meinung nicht mit dem Grundsätzen der Partei konform gehen.

Viele Menschen haben sich mittlerweile von der Partei getrennt. "Die Piratenpartei hat sich gesund geschrumpft" heisst es gerne, bei denen, die der Partei neue Hoffnung geben.

Würde die Presse nicht nur mit Ex-Mitgliedern, sondern auch mit Mitgliedern reden, würde deutlich, dass die Flamme der Piratenpartei längst nicht erloschen ist.

Die Piratenpartei ist eine Mitmachpartei. Hier kann sich jeder einbringen. Auch ich habe schon an Diskussionen, Ideenfindungen und Gedankenaustausch mit Piraten teilgenommen, lange bevor ich Mitglied wurde.

Natürlich gibt es auch immer wieder Meinungsverschiedenheiten.

Leider gibt es bei offenen Diskussionen, genau wie bei offenen Kommentaren zu Presseberichten immer wieder Beiträge von unzufriedenen Mitmenschen, die lediglich ihren Unmut äussern möchten, statt konstruktiv an Lösungen mitzuarbeiten. Und auch Menschen, die diskussionsresistent sind. Das geht bis zu persönlichen Beleidigungen und Mobbing.

Facebook und ähnliche soziale Medien zeigen, dass ein solches Verhalten in Deutschland leider normal ist. Der Unterschied hier ist nur, dass nicht Presseprofis angegriffen werden, die gelernt haben, damit umzugehen, sondern häufig ganz normale Bürger. Der Unterschied ist, dass öffentlich wird, wie wenig manche Menschen mit kontroversen Themen umgehen können.

Die Piraten kämpfen für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter.

Sie haben im Landtag NRW und auch im Landtag Schleswig Holstein bis jetzt hervorragende Arbeit geleistet. Sie haben den anderen Parteien durchaus gezeigt, dass sie ernst zu nehmen sind. Die vielen Ideen, die die anderen Parteien von der Piratenpartei übernommen haben, zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Zweitens ist Loyalität meine größte Stärke. Vergesse nie Deine Wurzeln. Ich bin vom freiheitlichen Gedanken überzeugt.

Ich bin nicht der Typ, der SPDlern oder CDUlern in den Allerwertesten kriecht und nach dem Mund redet, um auf der Kandidatenlisten zu landen, ein Mandat zu erlangen und dann die Partei zu wechseln, um den freiheitlichen Grundgedanken als Piratin zu verteidigen.

Für mich gibt es einfach keine andere Partei als die Piratenpartei. Und selbst wenn ich kentere, dann nur mit der Piratenpartei.

Mein Leitsatz:
Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, der verliert am Ende beides (Benjamin Franklin).

Wer sich fragt, was die Piratenpartei im Landtag NRW derzeit aktiv macht, dem empfehle ich das Video:

https://www.youtube.com/watch?list=PLQ5csUOL2W39-k68iffpDMag0-EoV2S72&v=lNm9zKAzJiQ


Freitag, 9. September 2016

SPD stiehlt Ideen

Es ist leider nicht das erste Mal. Gestern stellte die SPD in der Westfälischen Rundschau die Idee eines "G8-Flexi" vor. Diese Idee wurde aber nicht von der SPD ausgearbeitet, sondern von dem Team rund um Monika Pieper von der Piratenpartei.

Das ist leider nicht das erste Mal, dass andere Parteien gut ausgearbeitete Ideen der Piratenpartei aufgreifen und für ihre eigenen verkaufen.

Vor drei Tagen berichtete Heise Online, dass Sigmar Gabriel den Erfolg der Piratenpartei gegen die Störerhaftung für einen Meilensteil hält. Allerdings vergisst er, die Piratenpartei zu erwähnen, geschweige denn, sich bei den hier aktiven Piraten zu bedanken.

Hinzu kommt, dass die Aktionen der Piratenpartei von der Presse häufig völlig ignoriert werden, so dass die Öffentlichkeit den Eindruck bekommt, die 18 Piratenabgeordneten im Landtag NRW würden nichts bewegen. Das stimmt aber nicht. Die Presse dazu zu bringen, eine Partei totzuschweigen, ist natürlich auch ein Mittel, sich gegen unliebe Störenfriede, wie die Piratenpartei, durchzusetzen.

Politik war schon immer ein schmutziges Geschäft mit vielen Intrigen. Die Piratenpartei ist zum ersten Mal dabei. Sie kämpfen für Freiheit im digitalen Zeitalter. Sie halten Wahlversprechen und machen ehrliche Politik. Sie sind transparent und bitten die Bürger mitzumachen.

Wer die Parlamentssitzungen schaut, stellt fest, dass die Piraten sehr wohl arbeiten. Hier lässt sich auch immer wieder feststellen, wie viel Neuland moderne Technik immer noch für Abgeordneter anderer Parteien ist. Das jüngste Beispiel dafür ist die Debatte im NRW-Landtag zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Die Sitzung machte den Eindruck, als ob die Piratenpartei den anderen Parteien um Jahrzehnte voraus wäre, als ob niemand den Einwände der Piratenpartei folgen oder sie gar verstehen würde.

Bei dem eSport-Antrag der Piratenpartei im NRW-Parlament, hatten die anderen Parteien den Wunsch, dass der Antrag erst einmal in einen Ausschuss gehen solle. Die Erfahrung der Piraten-Abgeordneten ist aber leider, dass in Ausschüssen viele Anträge, die den großen Parteien etwas mehr Arbeit machen würden, bis auf Sankt Nimmerlein liegenbleiben und nicht bearbeitet werden.

Das neuste Projekt der Piraten des Landtages in NRW und des Landtages in Schleswig-Holstein ist der digitale Kompass http://www.digitaler-kompass.de

Darüber hinaus können Bürger schon seit mehreren Jahren den Abgeordneten in den Ländern sowie den Ratsmitgliedern der Kommunen ihre Ideen und Wünsche anonym über die Plattform OpenAntrag mitteilen. http://www.openantrag.de

Das sind nur zwei Beispiele, wie sich Bürger an der Politik der Piratenpartei beteiligen können.

Bei den Piraten bestimmen nicht die Abgeordneten den Kurs allein, sondern die Abgeordneten sprechen sich mit der Basis ab. Es gibt eine Vielzahl von themenbezogenen Arbeitsgemeinschaften- und kreisen, in denen sich die Experten versammeln und die Themen von allen Richtungen durchleuchten. Moderne Technik macht dezentrale Versammlungen und sowohl asynchrone als auch direkte Kommunikation möglich.

Es macht einfach Spass, bei der Piratenpartei mitzuwirken. Der freiheitliche Gedanke prägt die Partei. Man kann sich einbringen und mitdiskutieren. Man wird ernst genommen.

Natürlich gibt es auch mal Streit. Natürlich ist man nicht immer einer Meinung. Das ist aber auch gut so. Wenn die anderen Partei offene und ehrliche Politik machen würden, wäre es wohl kaum anders. Jede neue Partei zieht auch Menschen an, die nicht hinter den eigentlichen Grundsätzen der Partei stehen. Die Piratenpartei hat es geschafft, sich gesund zu schrumpfen. Gebt ihnen noch eine Chance.

Dass wir Abgeordnete in die Parlamente bekommen bzw. in den Parlamenten behalten ist extrem wichtig. Denn es sind die Piraten, die frischen Wind in die Parlamente bringe. Ich kann Euch nur raten, egal wie schlecht die Hochrechnungen vor den Wahlen für die Piraten auch sind, wählt sie. Ihr kennt den Spruch: "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast." Das Ergebnis der Piratenpartei wird nicht dadurch besser, dass Ihr glaubt, dass die Piratenpartei eh keine Chance mehr haben und sie deshalb nicht wählt. Nein, nur durch Eure Stimme haben die Piraten eine Chance. Und sie haben noch eine Chance verdient. Sie machen in den Landtagen NRW und SH einen verdammt guten Job gemacht. Bei eine zweite Runde Landtag sind sie schon eingearbeitet und kennen die Strukturen und Hinterhältigkeiten der Landtage. Eine zweite Runde Landtag kann nur noch besser werden.

Dienstag, 30. August 2016

Dickes Lob an den Apple Support

Welche Fotografin kennt das nicht? Schnell ein paar Fotos machen, um sie dann hochzuladen ...

Doch mein MacBook Pro wollte die SD-Karte partout nicht erkennen.

Zum Glück sind hier im Büro ja viele nette Kollegen mit Linux-Thinkpads. Dort wurde die SD-Karte problemlos erkannt.

Mein MacBook wollte partout auch keine andere SD-Karte erkennen.
Mir fiel ein, ich hatte letztens mal ein Betriebssystem-Upgrade gemacht.

Natürlich googelte ich nach dem Problem. Aber die Antworten waren alle nicht nützlich. "Prüfen Sie die SD Karte" hiess es da nur.

Kurzer Hand schaute ich auf der Apple-Webseite nach Support. Beschrieb das Problem in 140 Zeichen und bat um Anruf. Ich bekam die Information, dass der Supportvertrag für mein MacBook abgelaufen sei. Das stimmt auch. Ich beantragte eine Ausnahme, da ich das Problem im Betriebssystem vermutete.

Kaum hatte ich die auf den Button "Ausnahme beantragen" geklickt, klingelt auch schon das Telefon.

Der Herr war sehr nett. Nachdem ich sagte, ich hätte die SD-Karte schon in einem Thinkpad, auf dem Linux läuft, getestet und alles wäre in Ordnung gewesen, liess er mich die Hardware testen und dann die Caches leeren.

Das dauerte zwar einige Minuten, aber danach war das Problem behoben.

Ich bin völlig begeistert von der Geschwindigkeit, der Freundlichkeit und der zielführenden Maßnahmen des Supports.

Montag, 22. August 2016

Vorsicht bei T-Mobile-Angebot

Letzte Woche bekam ich einen Anruf von T-Mobile. Meine Rechnung läge doch jeden Monat über 100 Euro und man könne mir da ein günstigeres Angebot machen, so dass ich zukünftig nur noch um die 75 Euro bezahlen müsste. Das Angebot hätte auch keine Ausirkungen auf meine Vertragslaufzeit. Ich könnte sogar ein iPhone 7 dazu bekommen, wenn Apple es rausbringt, bevor mein Vertrag ausläuft.

Ich hatte adhoc keine Ahnung, wie lange mein Vertrag überhaupt noch läuft. Also erlaubt ich der Dame, mich diese Woche erneut anzurufen und ich würde bis dahin die Vertragslaufzeit herausfinden.

Gleich nach dem Telefonat rief ich den Kundenservice an. Dieser teilte mir das Ablaufdatum meines Vertrages mit. Allerdings fand der nette Kundenberater keinen Tarif, der für mich besser passen würde und wundert sich etwas über den Anruf, den ich bekommen hatte.

Heute rief dann eine Dame erneut wegen des Angebotes an. Man wolle mich umstellen, so dass ich zukünftig nur noch rund 75 Euro zahle. Sie teilte mir auch die Einzelheiten mit, was alles in dem Preis enthalten sei. Als sie mit der Auflistung fertig war, fragte ich, ob das ganze auch für die Partnerkarte gelte. Das verneinte sie. Sie meinte, das wäre nur der Vertrag für meine Nummer, nicht für die Partnerkarte. Die Kosten für die Partnerkarte würden bestehen bleiben. Es ginge nur um die Kosten, die auf der Nummer sind, über die ich gerade mit ihr telefoniere.

Ich fragte, wie hoch denn meine Rechnung sei. Darauf sagte sie, sie könne das nicht genau sehen, nur dass ich immer weit über 75 Euro läge, so dass es sich für mich lohnen würde, da ich wohl viel im Ausland wäre oder sonstige, monatlich unterschiedliche Kosten hätte, weil ich irgendwelche Bedingungen überschreite.

Ich teilte Ihr mit, dass meine Telefonrechnung immer gleich ist. Mit zwei Ausnahme, wo  uns im Ausland ein Datenpaket gekauft wurde. Das verwunderte sie.

Ich fragte Sie, wie hoch denn jetzt die Kosten für nur meine Telefonnummer wären. Also der Tarif. Darauf meinte Sie, ich würde jetzt 59 Euro bezahlen.

Ich fragte, wo ich denn dann sparen würde, wenn das Angebot, dass sie mir machen wolle, 16 Euro teurer ist. Dann würde sich meine Telefonrechnung doch von 108 auf 124 Euro erhöhen.

Die Frage konnte sie mir dann nicht beantworten.

Ich fand es schon ziemlich dreist, dass versucht wurde, mich so dermaßen hinters Licht zu führen.

Später fiel mir ein, dass ich von T-Mobile eine Gemeinschaftsrechnung für insgesamt 3 Verträge bekomme. Was auch völlig in Ordnung ist.


Mittwoch, 22. Juni 2016

Waffelteig für Waffelstand

Leider wurde mein Blog bei blog.de durch blog.de ohne mein Wissen jetzt gänzlich entfernt.

Dank eines, von mir vor Jahren angeforderten Backups, habe ich viele Artikel in völlig kaputtem Encoding als XML-Output.

Der Waffelteig-Artikel liegt mir besonders am Herzen, weil immer wieder danach gefragt wird. Deshalb kopiere ich ihn jetzt in diesen Blog.

Waffelteig für Waffelstand

Für einen Waffelstand wird viel Teig benötigt. Es empfiehlt sich jedoch nicht, alles in einem Schritt anzurühren. Dafür reichen meist auch die Gefäße von der Größe nicht. Normale Rührschüsseln sind meist für 500 Gramm Mehl. Daher ist es sinnvoll, immer Portionen mit 500 Gramm Mehl anzufertigen und diese dann am Ende in eine extra große Schüssel oder Lebensmitteleimer zu füllen. Hier ist jetzt das Rezept für 500 Gramm Mehl. Das reicht für ungefähr 25 Waffeln.

Zutaten
250 ml Sahne
6 Eier
150 gr. Zucker
2 EL (oder 2 Päckchen) Vanillezucker
400 ml Milch
500 gr. Mehl
1 TL Salz
Aroma (nach Belieben, z.B. Zimt, Backaroma, ein Schuss Batida, Rum oder Kirschwasser, ...)

Beschreibung
Für Sahne und Eischnee ist es immer wichtig, dass Schüssel und Rührgerät sauber und kalt sind. Als erstes daher einmal kaltes Wasser in die Rührschüssel geben und die Rührstäbe hineinlegen oder beides kurz im Gefrierschrank abkühlen. Alles vor gebrauch trocken reiben.
Sahne steif schlagen und den Vanillezucker untermischen.
Vier Eier trennen und Eiweiß steif schlagen und zur Sahne geben.
Eigelb und die verbleibenden zwei Eier schaumig schlagen. Salz und Zucker zufügen und weiter schaumig schlagen. Aroma (falls gewünscht) und Milch kurz unterrühren. Das Mehl zugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren. Sahne und Eischnee unterheben.
Fertig ist die erste Ladung. Für die zweite Ladung die Rührschüssel und Rührstäbe spülen und von vorne beginnen.
Der Teig kann ruhig verschlossen über Nacht stehen und am nächsten Tag verarbeitet werden.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Eier in Senfsauce

5 Eier
1 EL Butter
1 EL Mehl
300 ml Milch
ca. 100 ml Wasser
2-3 EL Senf
1/2 TL Meerrettich
Salz und Pfeffer

Eier mittelhart kochen.
Topf auf den Herd stellen, Butter hineingeben und flüssig werden lassen. Unter rühren Mehl zur Butter geben und weiter rühren, bis eine klebrige Masse entsteht.
Milch unter rühren hinzugeben.
Mit Senf, Meerrettich, Salz und Pfeffer abschmecken.
Sobald die Sauce dick wird, den Topf vom Feuer nehmen.
Eier pellen und in die Sauce legen.
Soviel Wasser zugiessen, dass die Eier bedeckt sind.
Vorsichtig umrühren, dass sich das Wasser mit der Sauce vermengt.

15-20 Minuten ziehen lassen.

Anschliessend kurz aufwärmen und servieren.

Dienstag, 3. Mai 2016

Aus dem Nähkästchen - Standards

Bei TTIP geht es auch um standardisierte IT. Ich halte das für eine Gefahr.

Ich plaudere hier mal aus dem Nähkästchen von meiner Zeit bei ISO / IEC JTC 1 SC32 WG 3.

ISO/IEC 9075 ist der SQL-Standard.

Ich war mehrere Jahre Mitglied und Gast von ISO/IEC JTC 1 SC 32 - Data Management and Interchange

ISO steht für Internationale Standard Organisation. Der Name wurde so gewählt, dass die Abkürzung in Englisch, Französisch, Russisch und anderen Sprachen, wie Deutsch, funktioniert.

IEC steht für International Electrotechnical Commission. Das ist die Standard-Kommission für Standards aus der Elektrotechnik.

JTC steht für Joint Technical Committee. Es gehört zu ISO. JTC 1 ist die Entwicklungsumgebung, in der Experten zusammenkommen, um weltweite Standards auf dem Bereich Information and Communication Technology (ICT) für Geschäfts- und Verbraucheranwendungen entwickeln.

SC steht für Standard Committee. SC 32 ist das Gremium für Datenmanagement und Austausch.

Der oben genannte SQL Standard ist nur einer von vielen Standards, die in diesem Gremium entwickelt werden.

Das Gremium ist noch einmal in vier Workgroups (WG) unterteilt.

WG 1 - e-Business
WG 2 - Metadaten
WG 3 - Datenbanksprachen
WG 4 - SQL Multimedia und Applikationspakete

Das internationale Gremium setzt sich aus Vertretern der Gremien der Mitgliedsländer zusammen. Jedes Land hat eine Stimme. Egal wie viele Gesandte die USA oder Japan schicken. Sie haben trotzdem nur eine Stimme.

Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Tschechien, Dänemark, Ägypten, Finland, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea, Niederlande, Norwegen, Portugal, Russland, Schweiz, Großbritannien und die USA sind in diesem Gremium Mitglied.

Bei anderen Standards können es andere Länder sein.

Die Landesvertretungen werden von den nationalen Gremien gestellt. In Deutschland von DIN, in den USA ANSI, in Großbritannien vom BSI usw.

Ich selbst war erst bei ANSI. Doch dann fragte mich die Delegation von Deutschland, warum zur Hölle ich USA und nicht Deutschland mit vertrete. Sie holten mich zu DIN.

Ich stellte fest, es ist sogar geschickter, in einem kleineren Land zu sein, da ja am Ende eh jedes Land nur eine Stimme hat.

In den Gremien der Länder sitzen Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und ggf. anderen Interessen.
Um das Gremium aufrecht zu erhalten, muss es mind. 3 Mitglieder aus unterschiedlichen Interessensverbänden haben. Besteht ein Gremium nur noch aus Mitgliedern der Forschung legt DIN es irgendwann schlafen (zu meiner Zeit passierte das mit einem Gremium für Programmiersprachen).

Wer ins Gremium aufgenommen wird, entscheidet in USA und Deutschland das Gremium.
Die Organisation ist Mitglied aber es ist eine persönliche Mitgliedschaft. Das ist schon schräg. Das heisst, mein Arbeitgeber ist Mitglied, aber das Gremium möchte genau mich als Experten und nicht meinen Kollegen Fritz Müller.

Da es ein internationaler Standard ist, kostet die Mitgliedschaft in Deutschland und auch in den USA etwa 1200 Euro im Jahr. Dafür darf sich die Organisation "Mitglied in DIN" auf die Fahne schreiben.

Das ist für communitybasierte Open Source bzw. Free Software Organisationen schon sehr teuer. Zumal hier häufig gar keine eingetragene Organisation hinter steht, die Mitglied werden könnte.

Auch ich bin dort nur hereingekommen, weil Sun Microsystems ein großer Sponsor von PostgreSQL war und darüber hinaus noch MySQL gekauft hatte. Ich galt als Experte für beide Systeme und wurde von dem ANSI Gremium als Vertreter für Sun Microsystems anerkannt.

In Amerika saßen IBM, Oracle, Microsoft und eine Vielzahl anderer im Gremium. Aber jede Organisation hatte nur einen Stimme. IBM hatte zwar Vertreter für DB2 und für Informix im Gremium, aber sie mussten sich immer einigen und hatten gemeinsam nur eine Stimme. In Amerika war es in den Meetings häufig Oracle vs. IBM.

In den Ländern werden Vorschläge für Änderungen und Erweiterungen des Standards entwickelt, die dann dem internationalen Gremium vorgelegt werden. Amerika hatte immer sehr viele Vorschläge. Es gab aber auch bei Oracle und IBM gleich mehrere Mitarbeiter, die das Thema mehr oder minder Vollzeit verfolgten.

Deutschland holte mich, als Sun Microsystems von Oracle gekauft wurde. PostgreSQL war zu der Zeit bei Sun Microsystems schon verdrängt worden. Ich sollte MySQL vertreten. Da ich mit dem Oracle-Vertreter in einer Organisation arbeitete, stimmte das deutsche Gremium darüber ab, ob die Regeln: "eine Stimme je Organisation" nicht in: "eine Stimme je Interessenvertretung" aufgeweicht werden. Es war einstimmig. Das deutsche Gremium war dem Open Source gegenüber sehr aufgeschlossen. Wir holten sogar einen PostgreSQL-Experten als Berater dazu.

Immer, wenn es bei ANSI um die Aufnahme von Vertretern von PostgreSQL ging, hiess es schnell, es gäbe keine Legal Entity und das Thema war wieder vom Tisch.

Oracle hatte / hat Vertreter in fast jedem Land. Bei IBM war es ähnlich.

Oracle stellte daneben in einigen Ländern den Chair (die Leitung) des Gremiums.

Der Chairman von WG 3 kam ebenfalls von Oracle. Ich erinnere mich, dass er auch noch eine leitende Rolle in SC 32 und/oder JTC 1 hatte.

Zweimal im Jahr tagt das internationale Gremium. Hier passiert die eigentliche Arbeit. Hier wird der Standard geschrieben.

Ein Land läd ein. Natürlich möchte sich das Land von der schönsten Seite zeigen und so sind die Meetings schon mal auf Hawaii oder Kreta oder auf einem Schloß in Bayern, Korea, London, Berlin, ... Die Reisen sind meist nicht ganz billig. Meeting-Fee gibt es auch ggf. noch. Ich habe sogar einmal erlebt, dass eine USA-Vertreterin als Diplomatin gereist ist.

Wieder Kosten, wieder etwas, was sich viele Open Source Gemeinschaften nicht leisten können.

Hier wird über jeden Vorschlag, jeden Fehlerreport diskutiert und der Standard endgültig geschrieben. In unserem Gremium hatten die Briten die Rolle des Korrekturlesens übernommen und so ist der SQL Standard in ziemlich britischem Englisch.

Durch die Diskussionen kommt es immer wieder zu Abstimmungen, die nicht vorhersehbar sind. Daher reisen die Länder i.d.R. mit so vielen Vertretern an, dass sie für Ihr Land eine Entscheidung treffen und eine Stimme abgeben könne. Auf diese Weise waren immer viele Vertreter aus den USA und aus Japan da. Aus Deutschland waren wir nur zu zweit bzw. zu dritt.

Natürlich gab es bei Oracle intern im Vorfeld absprachen, was nach Möglichkeit wie abgestimmt werden soll. Tja, manchmal waren nur alle anderen im Land dagegen. Bei IBM war das kaum anders.

Da Oracle und IBM Vertreter in den Gremien hatten, die sich zeitweise Fulltime damit auseinandersetzen, reichten sie entsprechende viele Vorschläge mit unendliche vielen Seiten ein. Für jemanden, der nur 10-20 Stunden pro Monat für den Standard hatte, kaum schaffbar zu lesen.

Fazit:
Standardisierung ist etwas für die großen Firmen. Wenn die EU sich wirklich auf standardisierte IT einlässt, bedeutet es das aus für Open Source / Free Software Alternativen. Dann werden nur noch die großen Amerikaner, wie Oracle, Microsoft, Cisco und SAP unsere IT-Landschaft beherrschen.

Ich halte das für eine große Gefahr.





Freitag, 15. April 2016

Rechnet sich der Job als Tupperware Beraterin?

Letztes Jahr habe ich das Projekt Tupperware-Beraterin gestartet. Ich wollte mal wissen, wie das ist, mit fast nur Frauen zu arbeiten und was dabei herum kommt.

Tupperware Beraterinnen haben einen Vertrag mit einer Tupperware Bezirkshandlung und agieren als selbständige Handelsvertreterinnen im Nebenberuf. Sie sind selbständig und damit auch selbst verantwortlich für alles, was sie machen. Die Beurteilung, ob es sich bei der Tätigkeit nach neuster Rechtssprechung um eine Scheinselbständigkeit handelt, liegt nicht in meinem Ermessen.

Die Beraterinnen arbeiten im Namen der Bezirkshandlung. Sie bekommen Provision für verkaufte Ware. Die Bezirkshandlung kann als Kunde der Beraterin gesehen werden.

Selbständige Handelsvertreterin bedeutet erst einmal die Anmeldung eines Gewerbes. Das geht beim Ordnungsamt und kostet in Bielefeld 20 Euro. Darüber hinaus müssen Formulare für das Finanzamt ausgefüllt werden. Hier kann die Beraterin jetzt entscheiden, ob sie monatlich Umsatzsteuer abführen möchte, oder ob sie sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreien lässt. Ich persönlich bevorzuge auf die Kleinunternehmer-Regelung zu verzichten, denn nur wer Umsatzsteuer abführt, kann auch Umsatzsteuerrückerstattung geltend machen.

Wenige Woche später schickt das Finanzamt per Briefpost die Steuernummer und ggf. die Umsatzsteuer-ID zu. Die Steuernummer, aber besser die Umsatzsteuer-ID muss der Bezirkshandlung mitgeteilt werden. Das gilt auch für Kleinunternehmer, denn die Bezirkshandlung braucht die Steuernummer in jedem Fall.

Als ich meiner Bezirkshandlung meine Umsatzsteuer-ID mitteilte, verlangten sie die Steuernummer. Das ist natürlich Quatsch. Die Umsatzsteuer-ID reicht hier, aber ich hatte keine Lust, auf eine lange Debatte über Steuerrecht.

Darüber hinaus wird das Gewerbe bei der IHK registriert. Hier fallen ggf. Gebühren von 38 Euro an.

Wer bei der Zubereitung von Speisen direkten Kontakt mit Lebensmitteln hat, braucht eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt über die Belehrung gemäß §43 Infektionsschutzgesetz (im Volksmund auch Gesundheitsbescheinigung oder -zeugnis genannt). Da die Beraterin in der Regel auf Tupperpartys mit den Gästen der Party gemeinsam kocht und hierbei Kontakt mit unverpackten Lebensmitteln hat, ist eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt ratsam. Die Gebühren hierfür sind unterschiedlich. In Bielefeld können bis zu 40 Euro Gebühren anfallen.

Jede Selbständige sollte die für ihr Geschäft notwedndigen Gesetze kennen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Steuerberater helfen gern bei Fragen zum Steuerrecht. Für Tupperware-Beraterin ist es ratsam, die aktuelle Gesetzeslagen zu kennen; vor allem auch zu den Themen: Aufbewahrung von Unterlagen (z.B. HGB), unlauterer Wettbewerb (UWG) und Datenschutz (BDSG).

Sowohl unlauterer Wettbewerb als auch Datenschutzverstöße sind keine Kavaliersdelikten. Sie können bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe zur Folge haben. Die Bußgelder sind entsprechend hoch. Bei Datenschutzverstößen kann die Behörde Bußgelder von bis zu 50-Tausend bzw. 300-Tausend Euro einfordern. Unwissenheit schützt hier vor Strafe nicht.

Der Vertrag mit der Bezirkshandlung sagt: "selbständig im Nebenberuf". Das bedeutet in der Regel nicht mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche. Sowohl EU-Recht als auch der deutsche Arbeitsschutz verbietet, dass in Summe die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 48 Stunden überschreitet. In Summe heisst:

Wochenstunden Hauptberuf + Wochenstunden Nebenberuf + wöchentliche Aufwendungen für ehrenamtliche Tätigkeiten ≤ 48 Stunden

Wer also 30 Stunden pro Woche hauptberuflich arbeitet und 6 Stunden bei der Tafel oder Bahnhofsmission ehrenamtlich tätig ist, sollte nicht mehr als durchschnittlich 12 Stunden pro Woche für den Tupperware-Nebenjob aufwenden.

Auch zu beachten ist, dass zwischen Tätigkeitsende (egal ob Haupt- oder Nebenberuf oder Ehrenamt) und Tätigkeitsbeginn 11 Stunden Ruhephase liegen. Oder anders ausgedrückt, wer um 9 Uhr im Büro sein möchte, sollte nach 22 Uhr nicht mehr für Tupperware aktiv sein.

Arbeiten an Sonn- und Feiertagen ist generell verboten. Es gibt nur ganz wenige Ausnahme, überwiegend in der Medizin, Gastronomie und Freizeitbranche, bei denen die Sonntagsarbeit erlaubt ist. Tupperware zu verkaufen, gehört nicht zu den Ausnahmen. Tupperpartys an Sonntagen ist ein ganz heikles Thema.

Natürlich darf, ohne schriftliche Genehmigung des Arbeitgebers des Hauptjobs, während des Urlaubs nicht für Tupperware gearbeitet werden. Der Urlaub dient der Erholung. Der Arbeitgeber hat das Recht der Kündigung, wenn der Arbeitnehmer ohne schriftliche Genehmigung während des Urlaubs neben- oder ehrenamtliche Tätigkeiten nachgeht.


Wieviel Zeit brauche ich als Tupperware-Beraterin?


Der Zeitaufwand für die Tätigkeit lässt sich in drei Bereiche untergliedern:

  1. Der wöchentliche Overhead
  2. Der Zeitaufwand für eine Tupperparty
  3. Weiterer Overhead

Der wöchentliche Overhead


Jeden Montag ist Meeting in der Bezirkshandlung. Da sollte die Beraterin hingehen, denn dort wird nicht nur einmal pro Monat das neue Programm vorgestellt und es gibt neue Flyer und ggf. Kataloge, sondern auch diverse andere Informationen. Das Meeting dauert in der Regel 90 Minuten.

Der Montag lässt sich darüber hinaus nutzen, um Umtauschware abzugegeben bzw. wieder abzuholen, die Ware zu bezahlen, Muster zu kaufen und mit dem Büro diverse Dinge zu besprechen. Da das viele machen, kommt es hier häufig zu Wartezeiten. Ich plane dafür 30 Minuten.

Die Fahrtzeit richtet sich natürlich nach der Entfernung der Bezirkshandlung. Bei mir war die Bezirkshandlung 60 Minuten entfernt (2 Stunden für Hin- und Rückfahrt).

Der wöchentliche Overhead
Fahrtzeit, hin und zurück,
zwischen meinem Standort und der Bezirkshandlung
2,0  Stunden
Meeting in der Bezirkshandlung 1,5  Stunden
Weitere Aktionen in der Bezirkshandlung wie
Umtausch abgeben / abholen,
Ware bezahlen,
Muster kaufen,
...
0,5  Stunden
Summe:  4,0  Stunden


 

Der Zeitaufwand für eine Party


Jede Tupperparty bedarf einer Vorbereitung. Es wird mit der Gastgeberin genau besprochen, wie die Party abläuft und was gemacht wird. Es werden Tipps zur Einladung der Gäste gegeben und vieles mehr. Im Idealfall erhält die Gastgeberin schon während der Vorbereitung Kataloge und Flyer, mit denen sie potentielle Gäste anlocken kann. Je nach Entfernung und Zeit der Gastgeberin finden die Gespräche persönlich, per Telefon bzw. Telefonalternativen, per Video-Chat oder per Textchat bzw. E-Mail statt.

Die Beraterin ist für den Aufbau und ein kurzes letztes Vorgespräch mit der Gastgeberin in der Regel 30 Minuten vor Beginn der Party am Partyort. Nach der Party muss sie natürlich alles wieder abbauen und einpacken.

Nach der Party muss die Beraterin alle Bestellscheine in das Bestelltool der Bezirkshandlung abtippen und als Sammelbestellung an die Bezirkshandlung senden. Auch sollte sie noch mal durch den gesammelten Umtausch schauen, ob sie alles richtig ausgefüllt hat, bevor sie montags die Umtauschsäcke in der Bezirkshandlung abgibt.

Für die Beraterin ist es am Besten, wenn die Kunden gleich auf der Party bezahlen. Entweder bar oder per EC-Karte. Denn die Beraterin muss die Ware bezahlen, bevor die Bezirkshändlerin ihr die Ware aushändigt. Auf dem Bestellschein steht jedoch, dass die Ware erst bei Auslieferung bezahlt wird. Wenn auf einer Party die Gäste darauf bestehen, dass es das Geld erst bei Auslieferung gibt, muss die Beraterin in Vorkasse gehen. Meine Erfahrung ist, dass bei den meisten Partys die Gäste sofort bezahlen oder die Gastgeberin das Geld entsprechend so einsammelt und auf das Konto der Beraterin überweist, dass die Beraterin nicht in Vorkasse gehen muss.

Sobald die Beraterin die Ware aus der Bezirkshandlung bekommen hat, ist es ihre Aufgabe sie zu sortieren und für jeden, der auf der Party etwas bestellt hat, eine Tüte mit der entsprechenden Ware zu packen. Nachdem alles gepackt ist, liefert die Beraterin die Ware bei der Gastgeberin aus.

Zeitaufwand für eine Party
Vorgespräche und Vorbereitung
mit der Gastgeberin
1,0  Stunden
Fahrtzeit, hin und zurück,
zwischen meinem Standort und Partyort
1,0  Stunden
Durchführung der Party,
inklusiv Auf- und Abbau
3,0  Stunden
Eingabe der Bestellungen von der Party
in das Bestelltool der Bezirkshandlung
1,0  Stunden
Die Ware sortieren und
für jeden Kunden in Tüten packen
1,0  Stunden
Ware ausliefern
 
1,0  Stunden
Summe:  8,0  Stunden




Weiterer Overhead


Tupperware veranstaltet eine Reihe von Veranstaltungen, wie zum Beispiel Erlebnistage, zu denen die Beraterinnen eingeladen werden. Die Teilnahme ist zeitaufwendig und wird von Tupperware nicht weiter vergütet. Lediglich Kost und ggf. Logie sowie Anreisekosten werden übernommen. Ein Erlebnistag ist schon ein besonderes Schauspiel, was sich eine Beraterin einmal ansehen sollte. Die Teilnahme ist freiwillig.

Da der Vertrieb von Tupperware ein Bargeschäft ist, sollte die Beraterin ein Kassenbuch führen. Sofern sie umsatzsteuerpflichtig ist, kommt noch die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung dazu. Darüber hinaus gibt es jährliche Pflichte, wie die Einkommenssteuererklärung. Auf eine Woche oder einen Monat gerechnet ist das nicht allzu viel Aufwand.

Hin- und wieder möchte die Beraterin auch mal das eine oder andere Rezept ausprobieren, bevor sie es auf der Party mit den Gästen kocht.

Die Idee von Tupperware bzw. der Bezirkshandlung ist darüber hinaus, dass die Beraterinnen sich auch noch um die Akquise kümmern; Flyer verteilen, Infostände veranstalten und so weiter.

Die Bezirkshandlungen verteilen die Beraterinnen darüber hinaus in Teams. Die Teamleiter veranstalten hin und wieder auch noch Meetings, bei denen die Anwesenheit der Beraterin erwünscht ist.

Alles Zusammengefasst beträgt der weitere Overhead im Schnitt 4 Stunden pro Monat.


Wieviele Partys im Jahr sind realistisch?


Die Beraterin sollte sich überlegen, wie viele Partys sie pro Woche oder Monat schafft. Bei einem 20-Stunden Nebenjob sind bei dem oben angegeben Aufwand etwa 2 Partys pro Woche und bei einem 8-Stunden Nebenjob etwa 2 Partys pro Monat möglich.

Mindestens vier Wochen Urlaub sind vorgeschrieben.

Darüber hinaus, fallen Karfreitag, Ostermontag und Pfingstmontag nie auf einen Sonntag. Christi Himmelfahrt ist immer donnerstags und fällt in Naher Zukunft nicht mehr mit dem 1. Mai zusammen. Von den beiden Weihnachtsfeiertagen kann nur einer auf einen Sonntag fallen und auch von Neujahr, 1. Mai und 3. Oktober fällt pro Jahr maximal einer auf einen Sonntag. Das bedeutet, es gibt mindestens 7 Feiertage, die nicht auf einen Sonntag fallen. In NRW sogar 9, da Fron Leichnam auch stets auf einen Donnerstag fällt und der 1. November nicht auf dem gleiche Wochentag fällt, wie Neujahr, 1. Mai und 3. Oktober.

Das Jahr hat 52 Wochen. Der Einfachheit halber ziehe ich jetzt 6 Wochen für Urlaub, Feiertage und Krankheit ab. Bleiben 46 Wochen übrig.

Bei einem 20-Stunden-Nebenjob ziehe ich jetzt noch eine halbe Party pro Monat (6 Parties im Jahr) ab, um die notwendige Zeit für den weiteren Overhead zu bekommen. Das Meeting in der Bezirkshandlung könnte die Beraterin zwar auch mal ausfallen lassen, aber da der Umtausch, den sie auf den Parties einsammelt, in die Bezirkshandlung gebracht werden muss, kann sie sich die wöchentliche Fahrt nicht ersparen.

Bei einem 20-Stunden-Job sind 86 Partys pro Jahr realistisch.

2 Partys/Woche * 46 Wochen/Jahr - 6 Partys/Jahr = 86 Partys/Jahr

Bei einem 8-Stunden-Job und angestrebten 2 Partys pro Monat fällt es leichter, das montägliche Meeting und die Fahrt in die Bezirkshandlung für den Zeitaufwand des weiteren Overhead ausfallen zu lassen. Ich lasse hier 10 Meetings und eine Party ausfallen.

Bei einem 8-Stunden-Job sind 22 Partys pro Jahr realistisch.

0,5 Partys/Woche * 46 Wochen/Jahr - 1 Party/Jahr = 22 Partys/Jahr


Welche Kosten entstehen im Laufe eines Jahres?


Neben den oben bereits angesprochenen Gebühren und Beiträgen, entstehen der Beraterin bei jeder Party Kosten für die Geschenke und Gutscheine. Meiner Erfahrung nach, hat eine Party im Durchschnitt 7 Teilnehmer (Gäste).

Lässt sich die Beraterin die Ware von der Bezirkshandlung nach Hause schicken, so verlangt die Bezirkshandlung dafür 5 Euro Gebühren. Das ist günstiger, als dafür ggf. noch mal extra in die Bezirkshandlung zu fahren.

Kugelschreiber darf die Beraterin auch selbst besorgen. 50 Kugelschreiber gibt es schon für 15 Euro. In der Bezirkshandlung gibt es daneben kleine Klemmbretter für 1,50 Euro, die als Schreibunterlage auf Partys sehr gut ankommen.

Umtauschbeutel kosten 1,50 Euro und die Beraterin sollte davon ausreichend haben. Bei zwei Partys im Monat reichen 4, bei 2 Partys in der Woche sind 8 Beutel durchaus angebracht.

Die Fahrtkosten sind natürlich auch nicht ohne. Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Bezirkshandlung und zurück kostet 13,60 Euro. Bei der Fahrt mit dem Auto ist es üblich mit 30 Cent pro Kilometer zu rechnen. Bei 52 Kilometer macht das sogar 15,60 Euro. Die Partys sollten in der Regel im Umkreis von 10 km stattfinden. Das macht mit dem öffentlichen Nahverkehr 4,80 Euro pro Party und noch mal für die Auslieferung der Ware. Mit dem Auto reicht das für eine Strecke von 8 km.

Damit die Beraterin etwas zeigen kann, braucht sie Muster. Sie kann jeden Artikel im Katalog einmalig für einen Rabatt von 40% kaufen. Darüber hinaus gibt es gesonderte Preise für die Muster des jeweiligen monatlichen Angebots. Es gibt auch Ware, die nicht als Muster gekauft werden kann. Hier zahlt die Beraterin dann den Preis abzüglich ihrer Provision. Ich hatte bereits viel Tupperware und brauchte daher nicht alles an Mustern neu. Trotzdem komme ich auf einen Schnitt von 60 Euro im Monat für Muster.

Die Beraterin sollte selbstverständlich mindestens Mindestlohn bekommen. Das macht bei 20 Stunden pro Woche 8840 Euro im Jahr und bei 8 Stunden pro Woche 3536 Euro.

20 Stunden/Woche * 52 Wochen/Jahr * 8,50 Euro/Stunde = 8840 Euro/Jahr 
8 Stunden/Woche * 52 Wochen/Jahr * 8,50 Euro/Stunde = 3536 Euro/Jahr

Darüber hinaus fallen auch noch Kosten für Versicherungen bzw. Versicherungsmehraufwand an, wie Sozialversicherungen, Haftpflicht, Unfall und so weiter. Bei 20 Stunden pro Woche gehe ich von ca. 200 Euro im Monat und bei 8 Stunden von ca. 60 Euro im Monat aus.

Für Selbständige ist die jährliche Einkommensteuererklärung verpflichtend. Das Finanzamt berät nur Angestellte, keine Selbständigen. Es ist hier in jedem Fall ratsam, einen Steuerberater zur Hilfe zu nehmen.

Jährlich anfallende Kosten in Euro
Arbeitszeit 20 Stunden pro Woche 8 Stunden pro Woche
Beschreibung USt-
pflichtig
Kleinunter-
nehmer
USt-
pflichtig
Kleinunter-
nehmer
Lohn und Versicherungen
zu erreichender Mindestlohn 8840,00 8840,00 3536,00 3536,00
Kosten für Versicherungen bzw.
Versicherungsmehraufwand (geschätzt)
2400,00 2400,00 720,00 720,00
Beratungs- und Schulungskosten
Kosten für Steuerberatung (geschätzt) 360,00 197,00 142,00 95,00
Weitere Schulungen und Beratungen (geschätzt)
z.B. Datenschutz, Compliance
84,03 100,00 84,03 100,00
Gebühren und Beiträge
Gebühren für den Gewerbeschein 20,00 20,00 20,00 20,00
Gebühren IHK 38,00 38,00 0,00 0,00
Bescheinigung vom Gesundheitsamt (maximal) 40,00 40,00 40,00 40,00
Kosten für Partygeschenke
Geschenk für die Gastgeberin
- 3 Euro brutto je Party
- 86 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
216,18 258,00 55,46 66,00
Gutschein oder zweites Geschenk für die Gastgeberin
- 30 Cent brutto je Party
- 86 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
21,68 25,80 5,55 6,60
Willkommensgruß für jeden Gast
- 85 Cent brutto je Gast und Party
- 7 Gäste pro Party
- 86 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
430,00 511,70 110,00 130,90
Fahrtkosten
Kosten für Fahrten zur Bezirkshandlung
- 13,60 Euro für Hin- und Rückfahrt
- 46 mal bei 20-Stunden-Woche
- 36 mal bei 8-Stunden-Woche
584,67 625,60 457,57 489,60
Kosten für Fahrten zur Party
- 4,80 Euro für Hin- und Rückfahrt
- 86 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
385,79 412,80 98,69 105,60
Kosten für Fahrten zur Auslieferung der Ware
- 4,80 Euro für Hin- und Rückfahrt
- 86 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
385,79 412,80 98,69 105,60
Muster, Versand und weitere Kosten
Kosten für Muster
- 60 Euro pro Monat (geschätzt)
605,04 720,00 605,04 720,00
Versandkosten
- 5 Euro pro Party
- 46 Partys bei 20-Stunden-Woche
- 22 Partys bei 8-Stunden-Woche
193,27 230,00 92,44 110,00
Kosten für Umtauschbeutel
- 1,50 Euro brutto je Stück
- 8 Beutel für 20-Stunden-Woche
- 4 Beutel für 8-Stunden Woche
10,08 12,00 5,04 6,00
Kosten für Klemmbretter
- 1,50 Euro brutto je Stück
- 10 Stück
12,61 15,00 12,61 15,00
Kosten für Kugelschreiber
- 14,99 Euro brutto für 50 Stück
- 2 Packungen bei 20-Stunden-Wochen
25,19 29,98 12,60 14,99
Weiteres Büromaterial (geschätzt) 30,25 36,00 20,17 24,00
Kosten für Telefon und Internet
- 10 Euro pro Monat (geschätzt)
100,84 120,00 100,84 120,00
Kosten gesamt: 14.783,42 15.044,68 6.216,73 6.425,29


Wie hoch muss der Partyumsatz sein, um die Kosten zu decken und Mindestlohn zu erzielen?


Die Bezirkshandlungen geben den Beraterinnen 24% Rabatt auf den Listenpreis (brutto) der Ware, die sie bestellen (mit Ausnahme von Mustern). Ist die Beraterin umsatzsteuerpflichtig erhöht sich der Rabatt auf 28,56%. Das heisst, sie bekommen zusätzlich 19% auf die Differenz von Listenpreis abzüglich rabattiertem Preis. Wenn die Beraterin die komplette Ware, die sie bestellt, zum Listenpreis verkauft, erhält sie auf diese Weise 24% Provision. Die zusätzlichen 19% sind dann die Umsatzsteuer, die sie an das Finanzamt abführen muss.

Die Kostenauflistung zeigt bereits, dass dadurch, dass Umsatzsteuerpflichtige die Umsatzsteuer der entstandenen Kosten absetzen können, die Kosten weniger sind.

Um mindestens Mindestlohn zu erreichen, muss für den Umsatzpflichtigen 20-Stunden-Job ein Jahresumsatz erzielt werden von
14.783,42 Euro * 100/24 = 61.597,58 Euro
Das macht pro Party einen Umsatz von
61.597,58 Euro / 86 Partys = 716,25 Euro / Party


und für Kleinunternehmer beträgt der Jahresumsatz
15.044,86 Euro * 100/24 = 62.686,92 Euro
Das macht pro Party einen Umsatz von
62.686,92 Euro / 86 Partys = 728,92 Euro / Party

 
 
Um Mindestlohn bei einem 8-Stunden-Job zu erhalten, müssen Umsatzsteuerpflichtige einen Jahresumsatz erzielen von
6.216,73 Euro * 100/24 = 25.903,04 Euro
Das macht pro Party einen Umsatz von
25.903,04 Euro / 22 Partys = 1.177,41 Euro / Party

 
und für Kleinunternehmer beträgt der Jahresumsatz
6.425,29 Euro * 100/24 = 26.772,04 Euro
Das macht pro Party einen Umsatz von
26.772,04 Euro / 22 Partys = 1.216,91 Euro / Party

Fazit

Tupperware-Beraterin lohnt sich, bei großen Partys mit hohen Umsätzen. Leider war mein Partyumsatz weit niedriger, so dass ich nicht mal die Kosten decken konnte. Eine Beraterin kann zur Team-Managerin aufsteigen und bekommt dann 3% Provision auf die Umsätze ihres Teams und irgendwann einen Firmenwagen. Ob sie damit am Ende auf Mindestlohn kommt, bleibt zu berechnen.

Dienstag, 8. März 2016

Meine Geschichte zum Weltfrauentag

Es ist schon wieder Weltfrauentag.

Immer wieder mal höre ich meinen Namen, wenn es um Frauen in Männerberufen geht. Ich als Vorzeigefrau. Die Frau die erst in der Baubranche erfolgreich Karriere gemacht hat und dann in der Informatik noch mal.

Aber zu welchem Preis? Das fragt selten jemand.

Mit einem IQ von über 145 gehöre ich auch noch zu den wenigen Höchstbegabten des Landes, die nicht in Alkohol, Drogen, Prostitution und tiefen Depressionen abgestürzt sind.

Aber zu welchem Preis?

1984 sollten ich im Deutschunterricht eine Argumentation zur Rentensituation in Deutschland schreiben. Meine Argumentation kam zu dem logischen Schluss, dass es sinnvoll wäre, das Rentenalter zu erhöhen.

Meine Deutschlehrerin gab mir dafür: Mangelhaft wegen asozialer Grundgedanken.
Ich war 15 Jahre zu früh.

So etwas passiert mir häufig. Früher nervte es, wenn mich meine Mitmenschen nicht verstehen wollten, heute sage ich meine Meinung und warte einfach ein paar Jahre, bis sie von selbst darauf kommen, dass ich damals recht hatte.

Gelassenheit will gelernt sein.

Zurück zu mir und meinem Beruf.

Ja, ich habe Karriere in der Baubranche gemacht. Ich wurde in der Baubranche auch absolut fair bezahlt. Es war egal, wie alt ich war, was für ein Geschlecht ich hatte. Was zählte, war, was ich im Kopf hatte. Vieler meiner männlichen Kollegen tanzten die Handwerker auf der Nase herum. Mir nicht. Ich hakte damals beim fast 40 Jahre älteren Bauleiter nach, warum er mir, die in der Projektleitung saß, nie auf der Nase herumgetanzt ist. Er antwortet, dass er jetzt schon über 40 Jahre in der Branche arbeiten würde und dabei eines gelernt hätte, immer, wenn man ihm eine Frau vor die Nase gesetzt hat, dann konnte die was; dann hatte sie verdammt viel Ahnung von dem, was sie machte. Bevor Frauen überhaupt auf diese Positionen kommen, müssen sie verdammt viel mehr Ahnung haben, als Männer. Und alles was ich angewiesen hätte, hätte Hand und Fuß gehabt. Ich wäre kein Ingenieur, der nur einen Titel und nichts dahinter hätte. Ich würde zu den Ingenieuren gehören, die auf Titel nichts geben, aber verdammt viel von der Materie verstehen.

Auf Grund eines Schicksalschlages wechselte ich zum Jahrhundertwechsel in die IT. Schon während des Studiums spezialisierte ich mich auf Datenbanken und Medienrecht / Datenschutz.

Unter den Programmierern der Datenbanksysteme und Betriebssysteme (Kernel-Programmierer) gab es keine Geschlechterdiskriminierung. Es wurde eh per Chat / E-Mail und meist mit Nicknamen kommuniziert. Das Geschlecht war egal. Anerkennung gab es für guten Code und böse Sprüche für schlechte Programmierung.

Anfangs hatte ich super Job,s bei denen die Bezahlung stimmte. Doch dann wurde meine Firma an einen IT-Riesen verkauft. Ich hatte die Abteilung gewechselt und sollte nach einer Einarbeitungszeit eigentlich erheblich mehr Geld bekommen. Von dieser Lohnerhöhung wollte die deutsche Personalabteilung nichts wissen. Kurzer Zeit später wurde dann der IT-Riese an einen weiteren IT-Riesen verkauft.

Vergleichbar männliche Kollegen bekamen 30% mehr Gehalt.

Mein amerikanischer Chef beschwerte sich bei der deutschen Personalabteilung. Er bekam daraufhin zu hören, dass er mir doch bitte nicht solche Aufgaben geben solle, sondern Aufgaben, die meinem Gehalt entsprächen.

Der Betriebsrat verstand überhaupt nicht, was wir machen. Hatte das Unternehmen doch bis lang in Deutschland fast nur Vertriebler gehabt. Und jetzt kamen plötzlich technische Mitarbeiter, die auch noch über ganz Deutschland verteilt und alle in internationalen Teams arbeiteten.

Ich selbst war mittlerweile als Expertin Mitglied bei DIN. Es gab Listen in der Personalabteilung, die mit dem Betriebsrat abgestimmt waren, was Mitarbeiter verdienen sollten.  Als extern anerkannte Expertin hätte mir das zweieinhalbfache Gehalt zugestanden. Aber weder der Betriebrat noch die Personalabteilung wollten verstehen, dass ich eine extern anerkannte Expertin sei. Mitglied bei DIN, Vorträge vor internationalem Publikum, Einladungen zu Konferenzen, das war alles eine Spur zu hoch für sie. Fairer Weise muss ich zugeben, sie hätten es wohl auch bei einem Mann nicht verstanden.

Egal wie sehr sich meine amerikanischen, schwedischen und finnischen Chefs für mich einsetzten, die Personalabteilung weigerte sich, mein Gehalt zu erhöhen.

Es gab sogar eine Gleichstellungsbeauftragte. Diese konnte zwar feststellen, dass hier eine ungleiche Bezahlung vorlag, hatte aber überhaupt keine Mittel, etwas dagegen zu unternehmen. Sie war lediglich Vorzeigeobjekt der Firma.

Da es auch noch an diversen anderen Ecken nicht passte, kündigten meine Kollegen und ich. Bis heute habe ich kein Zeugnis erhalten. Meine Chefs hatten das Unternehmen vor mir verlassen.

Nach der Miesere mit dem großen IT-Unternehmen, fing mich ein britisches Unternehmen auf. Auch hier wurde ich nicht diskriminiert und fair bezahlt.

Zwecks Promotion nahm ich eine Stelle an der Uni an. Auch hier gab es Null Geschlechterdiskriminierung.

In den kleinen deutschen Unternehmen in den ich tätig war bzw. jetzt bin, habe ich nie Geschlechterdiskriminierung verspürt.

Es sind nicht die Kleinen, die Frauen schlechter bezahlen, es sind die Großen. Und trauriger Weise ist die Diskriminierung in Deutschland stärker als in den USA oder England.

Was hat mich meine Karriere noch gekostet?

Mein Traum war es nie, Karriere zu machen. Ich wollte eigentlich immer eine Familie. Einen Mann, zwei bis drei Kinder, die ich großziehe, mich um meine Familie kümmern und mich sozial, ehrenamtlich engagieren.

Einen Mann zu finden war schon schwierig.

Freunde sind häufig auf der Strecke geblieben.

Einsam bin ich nicht, auch wenn meine Freunde rund um den Globus verteilt sind. Gleich und Gleich gesellt sich gern, daher besteht mein Freundeskreis aus vielen Höchstbegabten, rund um den Erdball. Ihre Geschichten sind alle sehr interessant. Wir kümmern uns gerne umeinander, wie in einer Familie.

Was möchte ich jetzt am liebsten machen?
Das versuche ich gerade herauszufinden.

Was habe ich?
Endlich einen Teilzeitjob. Ein wirklich super Team. DANKE nach Oldenburg.
Endlich Zeit für mich und meine kleine Familie. Endlich etwas mehr Zeit für soziale Projekte. Endlich Zeit zum Nachdenken, wo mich das Leben noch hinführen soll.

Was möchte ich fördern?
Familienrecht. Die Familie ist heilig und soll geschützt werden. Die Menschen müssen lernen, wieder mehr als Familie zu denken, statt jeder nur für sich.